Dieter Belles Fußballpoesie

Die wundervolle Welt des Fußballs in Worte gefasst. Und noch mehr.
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Spieltäglich grüßt das Pyrofeuer:

Unverbesserliche Fan-Chaoten

Vernebeln wahren Fans die Sicht.

Gefährden dafür sich und Dritte

Bescheren dem Verein Sanktionen;

Die Störenfriede stört das nicht.

„Pyrotechnik ist kein Verbrechen“

Skandieren diese und versprechen,

Sich mit Anwendung von ebendieser

Mehr Respekt und Anerkennung.

Es ist das infantile Aufbegehren

Von Leuten die den Fußball ehren.

Gedacht als infernales Warnsignal

An DFL und Polizei,

Gegen Restriktionen und Kommerz

Für Fankultur und für mehr Herz.

Die Intention ist schön und richtig,

Doch der Weg sehr dumm und nichtig.

Diese Form des Protests geht,

Auf Kosten des Bemühn von denen

Die sich nach dem Gleichen sehnen

Doch mit Bedacht und Sinn versuchen

Fortschritt und Konsens zu suchen.

Im Sinn des Fußballs bleibt zu hoffen,

Dass in der Zukunft die betroffnen

Personen andre Wege finden

Die eigne Mannschaft anzufeuern -

Und die Finger von Bengalos lassen.

Die kommen nicht nur für Gespräche

Zwischen Fans und den Verbänden,

Sondern nach der Schmuggelei im Darm

Auch äußerst scheiße an den Händen. 

Klein und harmlos, zierlich bald,

Arglos, unscheinbar ist die Gestalt.

Der nette Kerl von nebenan,

Schwiegermutters liebster Mann. 

 

Eine Wandlung doch, metamorphos

Passiert, führt er den Ball am Fuß. 

Sein Name programmatisch wird,

Der „Messi“ prompt zu Tage tritt. 

 

Chaos nun, wohin man sieht:

Gegner lässt er einfach stehen

Die fassungslos seim’ Tun nachsehen

Den Ball lässt er im Tor meist liegen. 

 

Raumaufteilung, Viererkette,

Abseitsfalle, Manngedecke,

Alles hinfällig wie Andi Möller.

 

Versuche ihn im Wahn zu stoppen,

Gefühlvoll oder hart, sie floppen. 

Und selbst abräumen? Nicht sein Stil.

 

Auch ohne Ball ein Mann des Chaos:

Von blinder Sammelwut getrieben,

Zieren Pokale, Preise und Rekorde

In seinem Heim zahlreiche Borde. 

 

So streiten sich nach jedem Spiel,

Rücksichtsvolle Gegenspieler 

Ihn wenigstens dazu zu drängen 

Nicht noch sein Trikot ins Haus zu hängen.

 

Ein Phänomen der Mann, gar keine Frage

Gibt’s Grund zur Sorge? Ist er krank?

Wohl kaum, wohl kaum.

Vielmehr viel Wahnsinn, viel Genie.  

 

Den Fußballgott gilt es zu loben

Denn er schickte uns von seinem Thron

Seinen eingeborenen Sohn:

Wir danken für den MessiAss.

Nur der…

…sich über Maß ins Zeug legende,

Nie aufgebende, sondern nachlegende,

Kaum an die Leine zu legende,

Gelegentlich mit dem Schiedsrichter anlegende,

Dem Gegner das Handwerk legende,

Den Gegner höchst selbst und fair legende,

Wenig verlegen den Ball am Gegner vorbei legende,

Dem Mitspieler gekonnt auf - und  querlegende,

Den Ball auch selbst ins gegnerische Tor legende,

Und regelmäßig den Grundstein für den Erfolg legende,

…nur der wird zur Legende. 

Freunde, ein neues Kapitel im aufregenden Leben von Dieter Belle wird aufgeschlagen: Das erste Werk der Dieter Belle Floskel Singers ist nicht nur ein vielversprechender Beitrag beim Fußballsong-Wettbewerb der Akademie für Fußballkultur, nein, es ist auch der Auftakt zu einer ganzen Reihe vertonter Gospel-Flokeln. Hits wie “Der Ball ist rund und das Spiel hat neunzig Minuten” warten auf euch. Gestartet wird mit einem anderen Klassiker. Viel Spaß!


http://soundcloud.com/dieter-belle/dieter-belle-floskel-singers

Still und heimlich, und alljährlich

Erst verhalten, dann gefährlich,

Legt sich ein Geist, meist böse lähmend,

- Nie auf Seeler – doch auf Seelen.

 

Im Saisonverlauf wird sukzessiv

Ein Club - samt Umfeld – depressiv.

Vorstand, Presse, Fans und Spieler

Erscheinen zunehmend labiler.

 

Sind anvisierte Punktausbeute,

und Platzierung divergent zum Stande heute,

Stürzt sich die vereinte Meute

Auf alles was sich nicht bewegt.

 

Das Gespenst im Nacken spürend

Zeigt sich der Boulevard oft führend.

Und vermischt dabei ganz unverhohlen

Unwahrheit mit Volk’s Parolen.

 

Im Stadion wird der Geist lebendig:

Leises Pfeifen streift sanft durch die Gänge

Erst buht es tief, es vibrieren die Ränge,

Dann wird es lauter, zum Protest hebt es an,

Infiziert so selbst den wohl gesonnensten Mann.

 

Es steigert sich weiter man hört schaurige Chöre,

Aus Gesang wird Gebrüll der abscheulichsten Sorten,

Ein Crescendo des Lärms, es schrillt aller Orten.

Um dann - lässt sich das Schicksal nicht wenden-  

Mit Spielschluss in schockstarrer Stille zu enden.

 

Das Spektakel, obschon hoch auf den Rängen,

Lässt sich als Spieler nur schwerlich verdrängen.

Phlegmatisch, lethargisch wird dann vor Angst meist das Spiel.

Und von der Trägheit zur Tragik braucht es dann nicht mehr viel.

 

Charakterstark wer dem widersteht,

Durch Kampf und Leidenschaft tapfer besteht.

Doch wer nicht sichtbar die Ärmel hochkrempelt

Wird  - eh er begreift  - als Söldner gestempelt.

 

Von der Macht seiner Aura aber mächtig begeistert,

Denkt sich der Geist jetzt wird weiter gegeistert.

Sein nächstes Ziel ist die Chef-Etage!

Mit größtem Entzücken versetzt es diese in Rage.

 

Dort wird erst mal fleißig verhandelt.

Im Anschluss daran medienwirksam gehandelt

So verspricht man « Es löst sich der Knoten! »

Wird nur schnell der Trainer als Opfer geboten.

 

Viel zu oft wirkt diese Maßnahme Wunder.

Die Moral kehrt zurück und es läuft wieder runder.

Doch verpufft dieser Schritt und der Erfolg bleibt bescheiden,

Lässt sich ein Abstieg nur schwerlich vermeiden.

 

Eine Spielklasse tiefer landen dann all die leeren

Söldner und Schwachen,

die ohnmächtig sich des Geists zu erwehren.

Die Standhaften sind hingegen sehr guter Dinge,

dass es in nächster Saison sicher ohne Geist ginge.

 

Ein verhaltener Start in der neuen Saison

Bringt die Optimisten jedoch schnell zur Räson.

Zeigen sich Leistung und Stimmung tendenziell eher sinkend,

Sieht man mit roter Laterne schon am Horizont winkend:

 

Das Abstiegsgespenst.

"Habt acht, habt acht!

 

Wer naht von fern dort flink heran?

Mit schnellem Schritte rennt er an. 

Nur schemenhaft ist die Gestalt,

Ein rundes Ding in der Gewalt.

 

Ein fremdes Wappen schmückt die Brust.

Ihn treibt doch nicht die Kampfeslust?

Wackre’ Recken seht euch vor!

Sein Ziel, so scheint’s, ist unser Tor.

 

Versucht ihn sauber aufzuhalten -

Lasst Klugheit - wen’ger Rohheit walten.

Dringt er ein - stellt ihn zur Rede.

Vermeidet bloß die grobe Fehde. 

 

Doch was ist das? Er sinkt zu Boden?

Schwer getroffen, wälzt er sich…

Gar niemand tat ihn doch touchieren.

Ja kann das sein, sind das Manieren?

 

Du schwacher Mensch, du armer Wicht

Wenn’s dir schon an Ehr gebricht,

So zeig uns wenigstens die Fratze.

Sofort und jetzt, hier auf dem Platze!

 

Er möchte nicht? Wir wollen schon!

So reißt ihm flugs den Helm davon!

Das war klar! Er trägt die Krone,

Des Schwalbenkönigs! Zweifelsohne.

 

Das Horn erschallt, es naht heran

Das Schiedsgericht, ein weiser Mann!

Wie wird der Richter wohl entscheiden?

 

Durschaut er wohl das fiese Spiel

Des Scharlatans, und wie er fiel,

Ignoriert er dessen falsches Zetern?

 

Oder lässt er sich tatsächlich blenden

Und entscheidet doch an allen Enden

Auf Stoß zur Strafe aus 11 Metern?

 

Ruhe nun! Das Urteil naht.  

das Schiedsgericht, es hat entschieden.

Gottlob:

Das fiese Spiel, es wurd enttarnt

Der falsch Gefallne wird verwarnt.

 

Schande droht ihm allerorten.

Das Volk, das straft ihn wohl mit Worten.

Die Gazetten werden sich ergießen

Ihm das Leben wohl verdrießen.

 

Zum Glück ist dieser Adelszweig

Schon jetzt dem Untergang geweiht.

Es steigt empor ein neuer König,

Der hält von solchen Spielen wenig.

 

Sein Name ist auch sein Geheiß:

Man nennt ihn König „Video Beweis“.

Die meisten sehn sie jährlich wieder

Sie ist nicht modisch aber da.

Keinem passt sie, keinem steht sie.

Jeden drückt sie, jeden schmerzt sie.

Mal fällt sie größer aus mal kleiner.

Doch richtig schön findet sie keiner. 

Dominant mit Mann und Leder,

Respekt vor ihm hat da ein jeder.

Sehr präsent, ein Vorbild vieler,

Charakterstark, ein Führungsspieler.

Ins Wanken kommt die Autorität

Sobald man aus dem Tritt gerät.

So stören bald schon den Despoten

Die immer weniger devoten

Jungen Spieler, die beflissen

Auch ohne ihn zu glänzen wissen.

Sodass es bald schon Prinzen wagen

Dem Herren ins Gesicht zu schlagen.

Kein Peitschenschwung, kein scharfes Wort

Bewahren ihn vorm Königsmord.

Ins zweite Glied erst degradiert ,

Schlussendlich dann ganz aussortiert.

Trotzdem stehen bei ihm Geldbegehre

Sehr weit über Stolz und Ehre.

So werden Freunde, Fans, Genossen

Vergrault und vor den Kopf gestoßen.

 Es bleibt ihm weiter unbenommen

Kräftig Prügel zu bekommen.

Doch besser heute noch als morgen

Sollte er für’s Ende sorgen.

Noch kann er das Wort bestimmen

Mit welchem man sich wird entsinnen:

Wie man ihn nennt in den Analen. 

„Capitano“  oder „Den Fatalen“.

Zweimal jährlich steht es offen,

Das Transferfenster, und es hoffen

Ausrangierte, aussortierte,

Degradierte, arrivierte,

Talentierte, offerierte

Spieler auf das Interesse großer Clubs.

Kurz nach Öffnen des Besagten -

Fensters gehn vor allem die Gefragten -

Spieler übern Tisch und hoffen

Auf neues Glück und neue Chancen.

Danach kommt die lange Phase

Des Geplänkels und der Phrase

Es wird sehr wenig transferiert

Umso mehr wohl spekuliert.

Erst dann in den letzten Tagen

Klären sich vermehrt die Fragen.

Berater, Spieler, Mannschaftsleitung,

Treibt der Zeitdruck zur Entscheidung

Der Transferticker tickt im Takte

Viel Taktik prägt die letzte Akte.

„Wenn dieser geht, kann jener kommen

Wenn der nicht kommt, wird der genommen.”

Es steigt der Druck, es sinkt der Preis,

So dass am End von Müh und Fleiß,

So mancher kann Vollzug vermelden.

Wild feiern Fans den neuen Helden.

Doch so manchs Transferbegehren

Endet weniger in Ehren,

Dem einen steht das Fax im Weg,

Dem anderen floppt sein PR Gag. 

Was ein Kaltstart nach der Pause!

Heftigstes Fritz Walter Wetter

Brachte nicht die größte Sause

Auf die schönen Stadion-Bretter.

Die bewährte Garde traf nur spärlich,

Die Neuen warn gänzlich ungefährlich:

Samstags fieln die wen’gsten Treffer

Sonntag liefs dann doch was besser.

Doch verheißt ein Blick auf die Tabelle,

Dass die Saison auf alle Fälle

Noch einiges zu bieten hat:

Knackig heiß wird’s an der Spitze,

Und mit nicht minder großer Hitze

Kämpfen gegen die Laterne

Fast alle Clubs von nah und ferne.

Fast jeder kann noch alles werden:

Deutscher Meister schön und prächtig,

in Großeuropa reich und mächtig,

im Mittelmaß bedeutungslos

im Tal der Tränen traurig bloß.

Viel Spaß.

Au weh,

Pepe,

Au weh….

Dein Auftritt war brutal und böse,

Zu Recht ertönt nun das Getöse,

Der Fans, der Medien die sich grämen

„Man solle ihn nun endlich zähmen“

Au weh,

Pepe,

Au weh….

Pass auf mein Freund, das geht noch schief,

Ein Abwärtstrend, kumulativ,

Wird dich ins Verderben treiben.

Die Einsamkeit dich einverleiben.

Au weh,

Pepe,

Au weh….

Merkst du nicht was dir passiert?

Wenn du nun weiter ungeniert,

Wie wild auf deinem Platz agierst

Du nah am Abgrund balancierst?

Au weh,

Pepe,

Au weh….

Deine Zukunft sei hier anskizziert:

Du trittst, du schlägst, du grätschst wie immer,

Und siehe da, es wird noch schlimmer,

Die Fans die Medien, dein Verein,

Schlagen kräftig auf dich ein,

Und das macht dich erst richtig sauer

Du trittst, du schlägst, du grätschst noch schlimmer,

Und siehe da, es ist wie immer,

Die Fans, die Medien, dein Verein,

Schlagen weiter auf dich ein,

Und das macht dich erst richtig sauer…

Du trittst, du schlägst, du grätschst noch schlimmer…

Ecetera, Pepe!

Au weh,

Pepe,

Au weh….