Still und heimlich, und alljährlich
Erst verhalten, dann gefährlich,
Legt sich ein Geist, meist böse lähmend,
- Nie auf Seeler – doch auf Seelen.
Im Saisonverlauf wird sukzessiv
Ein Club - samt Umfeld – depressiv.
Vorstand, Presse, Fans und Spieler
Erscheinen zunehmend labiler.
Sind anvisierte Punktausbeute,
und Platzierung divergent zum Stande heute,
Stürzt sich die vereinte Meute
Auf alles was sich nicht bewegt.
Das Gespenst im Nacken spürend
Zeigt sich der Boulevard oft führend.
Und vermischt dabei ganz unverhohlen
Unwahrheit mit Volk’s Parolen.
Im Stadion wird der Geist lebendig:
Leises Pfeifen streift sanft durch die Gänge
Erst buht es tief, es vibrieren die Ränge,
Dann wird es lauter, zum Protest hebt es an,
Infiziert so selbst den wohl gesonnensten Mann.
Es steigert sich weiter man hört schaurige Chöre,
Aus Gesang wird Gebrüll der abscheulichsten Sorten,
Ein Crescendo des Lärms, es schrillt aller Orten.
Um dann - lässt sich das Schicksal nicht wenden-
Mit Spielschluss in schockstarrer Stille zu enden.
Das Spektakel, obschon hoch auf den Rängen,
Lässt sich als Spieler nur schwerlich verdrängen.
Phlegmatisch, lethargisch wird dann vor Angst meist das Spiel.
Und von der Trägheit zur Tragik braucht es dann nicht mehr viel.
Charakterstark wer dem widersteht,
Durch Kampf und Leidenschaft tapfer besteht.
Doch wer nicht sichtbar die Ärmel hochkrempelt
Wird - eh er begreift - als Söldner gestempelt.
Von der Macht seiner Aura aber mächtig begeistert,
Denkt sich der Geist jetzt wird weiter gegeistert.
Sein nächstes Ziel ist die Chef-Etage!
Mit größtem Entzücken versetzt es diese in Rage.
Dort wird erst mal fleißig verhandelt.
Im Anschluss daran medienwirksam gehandelt
So verspricht man « Es löst sich der Knoten! »
Wird nur schnell der Trainer als Opfer geboten.
Viel zu oft wirkt diese Maßnahme Wunder.
Die Moral kehrt zurück und es läuft wieder runder.
Doch verpufft dieser Schritt und der Erfolg bleibt bescheiden,
Lässt sich ein Abstieg nur schwerlich vermeiden.
Eine Spielklasse tiefer landen dann all die leeren
Söldner und Schwachen,
die ohnmächtig sich des Geists zu erwehren.
Die Standhaften sind hingegen sehr guter Dinge,
dass es in nächster Saison sicher ohne Geist ginge.
Ein verhaltener Start in der neuen Saison
Bringt die Optimisten jedoch schnell zur Räson.
Zeigen sich Leistung und Stimmung tendenziell eher sinkend,
Sieht man mit roter Laterne schon am Horizont winkend:
Das Abstiegsgespenst.
“Habt acht, habt acht!
Wer naht von fern dort flink heran?
Mit schnellem Schritte rennt er an.
Nur schemenhaft ist die Gestalt,
Ein rundes Ding in der Gewalt.
Ein fremdes Wappen schmückt die Brust.
Ihn treibt doch nicht die Kampfeslust?
Wackre’ Recken seht euch vor!
Sein Ziel, so scheint’s, ist unser Tor.
Versucht ihn sauber aufzuhalten -
Lasst Klugheit - wen’ger Rohheit walten.
Dringt er ein - stellt ihn zur Rede.
Vermeidet bloß die grobe Fehde.
Doch was ist das? Er sinkt zu Boden?
Schwer getroffen, wälzt er sich…
Gar niemand tat ihn doch touchieren.
Ja kann das sein, sind das Manieren?
Du schwacher Mensch, du armer Wicht
Wenn’s dir schon an Ehr gebricht,
So zeig uns wenigstens die Fratze.
Sofort und jetzt, hier auf dem Platze!
Er möchte nicht? Wir wollen schon!
So reißt ihm flugs den Helm davon!
Das war klar! Er trägt die Krone,
Des Schwalbenkönigs! Zweifelsohne.
Das Horn erschallt, es naht heran
Das Schiedsgericht, ein weiser Mann!
Wie wird der Richter wohl entscheiden?
Durschaut er wohl das fiese Spiel
Des Scharlatans, und wie er fiel,
Ignoriert er dessen falsches Zetern?
Oder lässt er sich tatsächlich blenden
Und entscheidet doch an allen Enden
Auf Stoß zur Strafe aus 11 Metern?
Ruhe nun! Das Urteil naht.
das Schiedsgericht, es hat entschieden.
Gottlob:
Das fiese Spiel, es wurd enttarnt
Der falsch Gefallne wird verwarnt.
Schande droht ihm allerorten.
Das Volk, das straft ihn wohl mit Worten.
Die Gazetten werden sich ergießen
Ihm das Leben wohl verdrießen.
Zum Glück ist dieser Adelszweig
Schon jetzt dem Untergang geweiht.
Es steigt empor ein neuer König,
Der hält von solchen Spielen wenig.
Sein Name ist auch sein Geheiß:
Man nennt ihn König „Video Beweis“.
Die meisten sehn sie jährlich wieder
Sie ist nicht modisch aber da.
Keinem passt sie, keinem steht sie.
Jeden drückt sie, jeden schmerzt sie.
Mal fällt sie größer aus mal kleiner.
Doch richtig schön findet sie keiner.
Dominant mit Mann und Leder,
Respekt vor ihm hat da ein jeder.
Sehr präsent, ein Vorbild vieler,
Charakterstark, ein Führungsspieler.
Ins Wanken kommt die Autorität
Sobald man aus dem Tritt gerät.
So stören bald schon den Despoten
Die immer weniger devoten
Jungen Spieler, die beflissen
Auch ohne ihn zu glänzen wissen.
Sodass es bald schon Prinzen wagen
Dem Herren ins Gesicht zu schlagen.
Kein Peitschenschwung, kein scharfes Wort
Bewahren ihn vorm Königsmord.
Ins zweite Glied erst degradiert ,
Schlussendlich dann ganz aussortiert.
Trotzdem stehen bei ihm Geldbegehre
Sehr weit über Stolz und Ehre.
So werden Freunde, Fans, Genossen
Vergrault und vor den Kopf gestoßen.
Es bleibt ihm weiter unbenommen
Kräftig Prügel zu bekommen.
Doch besser heute noch als morgen
Sollte er für’s Ende sorgen.
Noch kann er das Wort bestimmen
Mit welchem man sich wird entsinnen:
Wie man ihn nennt in den Analen.
„Capitano“ oder „Den Fatalen“.
Zweimal jährlich steht es offen,
Das Transferfenster, und es hoffen
Ausrangierte, aussortierte,
Degradierte, arrivierte,
Talentierte, offerierte
Spieler auf das Interesse großer Clubs.
Kurz nach Öffnen des Besagten -
Fensters gehn vor allem die Gefragten -
Spieler übern Tisch und hoffen
Auf neues Glück und neue Chancen.
Danach kommt die lange Phase
Des Geplänkels und der Phrase
Es wird sehr wenig transferiert
Umso mehr wohl spekuliert.
Erst dann in den letzten Tagen
Klären sich vermehrt die Fragen.
Berater, Spieler, Mannschaftsleitung,
Treibt der Zeitdruck zur Entscheidung
Der Transferticker tickt im Takte
Viel Taktik prägt die letzte Akte.
„Wenn dieser geht, kann jener kommen
Wenn der nicht kommt, wird der genommen.”
Es steigt der Druck, es sinkt der Preis,
So dass am End von Müh und Fleiß,
So mancher kann Vollzug vermelden.
Wild feiern Fans den neuen Helden.
Doch so manchs Transferbegehren
Endet weniger in Ehren,
Dem einen steht das Fax im Weg,
Dem anderen floppt sein PR Gag.
Was ein Kaltstart nach der Pause!
Heftigstes Fritz Walter Wetter
Brachte nicht die größte Sause
Auf die schönen Stadion-Bretter.
Die bewährte Garde traf nur spärlich,
Die Neuen warn gänzlich ungefährlich:
Samstags fieln die wen’gsten Treffer
Sonntag liefs dann doch was besser.
Doch verheißt ein Blick auf die Tabelle,
Dass die Saison auf alle Fälle
Noch einiges zu bieten hat:
Knackig heiß wird’s an der Spitze,
Und mit nicht minder großer Hitze
Kämpfen gegen die Laterne
Fast alle Clubs von nah und ferne.
Fast jeder kann noch alles werden:
Deutscher Meister schön und prächtig,
in Großeuropa reich und mächtig,
im Mittelmaß bedeutungslos
im Tal der Tränen traurig bloß.
Viel Spaß.
Au weh,
Pepe,
Au weh….
Dein Auftritt war brutal und böse,
Zu Recht ertönt nun das Getöse,
Der Fans, der Medien die sich grämen
„Man solle ihn nun endlich zähmen“
Au weh,
Pepe,
Au weh….
Pass auf mein Freund, das geht noch schief,
Ein Abwärtstrend, kumulativ,
Wird dich ins Verderben treiben.
Die Einsamkeit dich einverleiben.
Au weh,
Pepe,
Au weh….
Merkst du nicht was dir passiert?
Wenn du nun weiter ungeniert,
Wie wild auf deinem Platz agierst
Du nah am Abgrund balancierst?
Au weh,
Pepe,
Au weh….
Deine Zukunft sei hier anskizziert:
Du trittst, du schlägst, du grätschst wie immer,
Und siehe da, es wird noch schlimmer,
Die Fans die Medien, dein Verein,
Schlagen kräftig auf dich ein,
Und das macht dich erst richtig sauer
Du trittst, du schlägst, du grätschst noch schlimmer,
Und siehe da, es ist wie immer,
Die Fans, die Medien, dein Verein,
Schlagen weiter auf dich ein,
Und das macht dich erst richtig sauer…
Du trittst, du schlägst, du grätschst noch schlimmer…
Ecetera, Pepe!
Au weh,
Pepe,
Au weh….